Die Wälder im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen

Auwald bei Markt Burgheim

Die Waldfläche im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen beträgt rund 16.600 Hektar. Der Waldanteil im Landkreis liegt mit rund 22% unter dem bayerischen Durchschnitt von fast 37%.

Der kleine Privatwald ist die dominierende Besitzart. Nahezu 63% der gesamten Waldfläche befinden sich in privater Hand, rund 35% sind „Kleinprivatwald“. Der Hagenauer Forst bei Schrobenhausen ist ein großer Staatswaldkomplex; rund 22% des Waldes im Landkreis sind im Eigentum des Freistaates Bayern. Um die Gemeinde Markt Rennertshofen im Norden des Landkreises befinden sich viele Körperschaftswälder. Zudem haben die Stadt Neuburg an der Donau und die Stadt Schrobenhausen größere Körperschaftswälder. Rund 15% der Wälder sind als Körperschaftswald überwiegend im Gemeindeigentum.

Baumarten und Waldgesellschaften

Herbstsonne bei Hütting

Herbstsonne bei Hütting

Jura:
Die Wälder im Jura werden auf den wüchsigeren Standorten von Buche und Fichte und bestimmt. Auf trockeneren Standorten findet man Kiefern, Eichen und Lärchen beigemischt. Daneben finden sich Ahorn und viele andere Laubbaumarten.
Blick vom Antoniberg

Blick vom Antoniberg auf den Frühjahrsauwald

Donauauen:
Entlang der Donau liegen laubholzreichen Hartholzauwälder. Dort wachsen Eschen, Eichen, Ulmen und Ahorne. Weiden und Pappeln finden sich auf den stark wasserbeeinflussten Standorten.
Der ökologisch besonders wertvolle Auwald wurde großflächig in das europäische Schutzgebietsnetz "Natura2000" aufgenommen.
Waldrand bei Schrobenhausen

Waldrand bei Schrobenhausen

Tertiäres Hügelland:
Im Westen bei Ehekirchen und im Süden, auf den sandig-kiesigen Böden des Hügellandes im Bereich um Schrobenhausen, dominieren nadelholzreiche Wälder aus Fichte und Kiefer. Als Mischbaumarten sind Buche und auch die Eiche vertreten.

Waldfunktionen

Die Wälder im Landkreis erfüllen wichtige Gemeinwohlaufgaben:

  • für den Schutz des Trinkwassers (zahlreiche Wasserschutzgebiete liegen im Wald)
  • für den Bodenschutz (Schutz vor Erosion auf steileren Hängen des Tertiär-Hügellandes und den Steilhängen entlang der Donau und im Jura)
  • Schutz vor schädlichen Klimaeinwirkungen (Wald schützt Siedlungen sowie landwirtschaftliche Kulturen vor Wind und Frost)
  • durch seine Filterwirkung vor Lärm und Stäuben in der Nähe von Industrieanlagen
  • als Erholungsraum insbesondere für die städtische Bevölkerung (unter anderem die Stadtwälder Neuburg und Schrobenhausen)
  • als wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten (insbesondere der Donauauwald)

Besonderheiten

Mehrere Schadereignisse prägen das heutige Waldbild entscheidend. Der große Schneebruch 1980 sowie Stürme (Vivian und Wibke 1990; Lothar 1999) oder das Trockenjahr 2003 brachten große Schadholzmengen. In den Folgejahren gab es dann jeweils Massenvermehrungen von Fichtenborkenkäfern. Die Schadflächen wurden von den Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern im großen Maßstab zur Einbringung von Mischbaumarten genutzt.