Die Wälder im Landkreis Pfaffenhofen

Mischwald aus Fichte, Kiefer und Buche im Hügelland um Pfaffenhofen

Der Landkreis Pfaffenhofen ist mit rund 24% bzw. 18.400 Hektar Wald unterdurchschnittlich bewaldet, da der bayerische Durchschnitt bei fast 37% liegt. Speziell im nördlichen Teil des Landkreises sind große Gebiete waldarm oder waldleer. Die Hügellandschaften im Osten und der südlichen Hälfte des Landkreises sind stärker bewaldet.

Der Privatwaldanteil der Wälder ist mit 78% besonders hoch. Davon sind über 60% Kleinprivatwald. Der Staatswald, unter anderem mit dem großen Feilenforst und dem Haidforst bei Hohenwart, nimmt 18% der Waldfläche ein. Der Körperschaftswald ist mit 4% nur gering vertreten. Größere Körperschaftswälder besitzen die Städte Pfaffenhofen und Geisenfeld sowie der Markt Wolnzach und die Gemeinde Reichertshofen.

Baumarten und Waldgesellschaften:

Kronenblick in einem Fichten-Mischbestand

Fichten-Mischbestand

Tertiäres Hügelland:
In den Wäldern der Hügellandschaften im Osten des Landkreises (z. B. Raum Wolnzach) und z. B. im Raum Pörnbach finden sich eher sandige Standorte. Dort ist die Kiefer die bestimmende Baumart.
Auf den besseren Standorten des übrigen Hügellandes findet sich bevorzugt die Fichte. Dazu kommen Kiefer, Buche und Ahorn als häufige Mischbaumarten. Die Waldränder sind häufig von Eichen gesäumt.
Naturwaldreservat Haarbruck im Winter

Naturwaldreservat Haarbruck

Feilenforst:
Dort finden sich vielfältige Mischwälder und Laubwälder, vom Eichenbestand bis zur Erlenbruchwald.
Das Naturschutzgebiet "Nöttinger Viehweide" mit seinen uralten bizarren Huteichen liegt mitten im Feilenforst.
Die Nadelhölzer Fichte und Kiefer sind vor allem auf trockeneren oder ärmeren Standorten vertreten.
Donau-Altwasser

Donau-Altwasser

Donauauwälder:
Die Donauauwälder werden von Esche und Eiche dominiert. Neben diesen wachsen dort Bergahorn, Spitzahorn, Ulme, Schwarzpappel und viele weitere Laubbaumarten. Der ökologisch wertvolle Auwald ist mit seinen seltenen Tier- und Pflanzenarten als europäisches Natura 2000-Schutzgebiete anerkannt.

Waldfunktionen

Die Wälder im Landkreis erfüllen wichtige Gemeinwohlaufgaben:

  • für den Schutz des Trinkwassers (zahlreiche Wasserschutzgebiete liegen im Wald)
  • für den Bodenschutz (Schutz vor Erosion auf steileren Hängen des Tertiär-Hügellandes)
  • Schutz vor schädlichen Klimaeinwirkungen (Wald schützt Siedlungen sowie Hopfenkulturen vor Wind und Frost)
  • durch seine Filterwirkung vor Lärm und Stäuben in der Nähe von Industrieanlagen
  • als Erholungsraum insbesondere für die städtische Bevölkerung (unter anderem der Stadtwald Pfaffenhofen, Scheyrer Forst)
  • als wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten (insbesondere der Donauauwald)

Besonderheiten

Sturmschäden nach Niklas

Sturmschäden nach Niklas

Mehrere Schadereignisse prägten das heutige Waldbild entscheidend. Der große Schneebruch 1980 sowie Stürme (Vivian und Wibke 1990; Lothar 1999) oder das Trockenjahr 2003 brachten große Schadholzmengen.
In den Folgejahren gab es dann jeweils Massenvermehrungen von Fichtenborkenkäfern. Die Schadflächen wurden von den Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern im großen Maßstab zur Einbringung von Mischbaumarten genutzt.