Rodungen

Rodung für den Turmbau einer Windkraftanlage

Nicht jede flächige Nutzung von Waldbeständen ist eine Rodung, wohl aber jede Änderung der Bodennutzungsart.

Flächige Holznutzungen (= Kahlschlag) können Teil einer sachgemäßen Waldbewirtschaftung sein, beispielsweise beim Umbau instabiler Fichtenbestände hin zu Laubholzbeständen mit Lichtbaumarten. Dabei handelt es sich noch nicht um eine Rodung.
Bei Rodungen wird nach der flächigen Holzernte die Waldbewirtschaftung nicht mehr weitergeführt, sondern die Bodennutzungsart gewechselt. Wo Wald ist, sollen nach der Holznutzung dann beispielsweise ein Acker, eine Straße oder eine Siedlung entstehen.
Alle Änderungen der Bodennutzungsart sind Rodungen, so zum Beispiel die Flächen für den Turmbau von Windkraftanlagen (siehe Bild).

Rechtlichte Hintergrunde kennen und beachten

Rodungen bedürfen im Vorfeld einer Genehmigung durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Nach der gesetzlichen Definition ist eine Rodung die Beseitigung von Wald zugunsten einer anderen Bodennutzungsart, also z. B. die Umwandlung von Wald in Acker- oder Grünland. Werden Flächen ohne Erlaubnis gerodet, ist dies eine Ordnungswidrigkeit, die entsprechend geahndet wird. In besonders schwerwiegenden Fällen kann ein Bußgeld bis zu 25.000 € verhängt werden. Unter Umständen muss die Rodungsmaßnahme auch wieder rückgängig gemacht werden. Sollten Sie also eine Rodungsmaßnahme beabsichtigen, setzen Sie sich bitte rechtzeitig im Vorfeld mit Ihrem Beratungsförster der Bayerischen Forstverwaltung in Verbindung, um Probleme von vornherein zu vermeiden.
Hier finden Sie das notwendige Antragsformular, dass Sie für die Beantragung der Rodung benötigen:

Prüfung der beantragten Rodung

Ob eine Waldfläche tatsächlich gerodet werden darf, entscheidet die Untere Forstbehörde im Einvernehmen mit der Unteren Naturschutzbehörde. Hierbei müssen zahlreiche Kriterien überprüft und gegeneinander abgewägt werden. In vielen Fällen kann einer Rodung nur zugestimmt werden, wenn eine Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahme geleistet wird. Als geeignete Ausgleichs- bzw. Ersatzmaßnahmen für den waldrechtlichen und den naturschutzfachlichen Ausgleich kommen z. B. Ersatzaufforstungen mit Mischbeständen oder Laubholz und einer entsprechenden Waldrandgestaltung in Frage. Die Kosten für die Ausgleichsmaßnahmen hat der Antragsteller zu tragen.

Vor der Entscheidung an die Nachhaltigkeit denken

Bevor Sie sich kurzentschlossen für eine Rodung entscheiden, sollten Sie sich die Frage stellen, ob die geplante Folgenutzung langfristig tatsächlich vorteilhafter für Sie ist. Der Rohstoff Holz wird in Zukunft weiterhin an Bedeutung gewinnen. Eine nachhaltige Forstwirtschaft ist also in mehrfacher Hinsicht eine Zukunftsbranche. Sie sorgt für vitale, naturnahe, multifunktionale Wälder und sichert langfristig Einkommen und Arbeitsplätze. Wenn Sie sich für Waldbewirtschaftung entscheiden, gewinnen Sie nicht nur selber, sondern lassen auch Wald und Menschen in unserer Region sowie Klima und Wirtschaft von Ihrer Entscheidung profitieren.