Hilfe für Hase, Rebhuhn und Co. in der Region Pfaffenhofen
Bauern, Jäger und Vogelschützer wollen an einem Strang ziehen

Ein neues freiwilliges Bündnis für den Artenschutz in der Feldflur zeichnet sich im Landkreis Pfaffenhofen ab. Die Kreischefs von Bayerischem Bauernverband (BBV) Manfred König, vom Jagdverband Pfaffenhofen (BJV) Martin Braun und Christian Huber vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) trafen sich unter Leitung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Sie diskutierten eine Kooperation und vereinbarten gemeinsame Aktionen u.a. für den Erhalt des Rebhuhns.

Erfreut zeigte sich AELF-Leiter Christian Wild über den konstruktiven und offenen Meinungs- und Gedankenaustausch bei dem ersten Treffen – stilgerecht auf der Blühfläche von Landwirt Johann Brenner vom Hopfenzentrum Hallertau aus Eja (Gemeinde Gundamsried).
Für Wild war nach dem Treffen besonders, dass "eine sehr hohe Bereitschaft zu spüren war, auf Augenhöhe zusammenarbeiten, um die Artenvielfalt zu verbessern und erhalten zu können. Damit übernehmen wir gemeinsam Verantwortung für unsere Schöpfung und füllen dieses wichtige gesellschaftliche Anliegen mit Leben."
Zusammenarbeit entscheidend
Die Akteure wollen, in einem vom LBV-Vorsitzenden Christian Huber vorgestellten Projekt, dem Rebhuhn in den nächsten Jahren wieder auf die Sprüngehelfen. Wichtig ist dafür die Zusammenarbeit von Landwirten, Jägern und Vogelschützern vor Ort – vom Monitoring, über die gezielte, vernetzte Anlage von Wildlebensräumen wie Blühstreifen und -wiesen durch Landwirte und entsprechende Beratung der Grundeigentümer durch das AELF.
Diese Zusammenarbeit zu koordinieren, die Akteure zu vernetzen, Projekte zu begleiten und Vorhaben in der Region voranzubringen – das übernimmt die neue AELF-Wild­lebensraumberaterin Claudia Förschler.
Wildlebensraumflächen vernetzen
Laut Wild haben sich die Landwirte im Landkreis bereits in der Vergangenheit für den Artenschutz stark engagiert. So haben die über das Kulturlandschaftsprogramm KULAP geförderten Blumenwiesen und Blühflächen seit 2017 im Landkreis um über 50 Prozent zugelegt auf eine Gesamtfläche von rund 7.500 Hektar. Ziel sei es jetzt, bestehende und künftige geförderte Wildlebensraumflächen besser zu vernetzen. Besonders erfreulich ist, dass so viele verschiedene Akteure sich an diesem Projekt beteiligen: So kann die Förderung der Artenvielfalt aus möglichst vielen Perspektiven betrachtet und vorangebracht werden. Für die Landwirte ist insbesondere wichtig, dass sie die neuen zielführenden Projekte in der Praxis umsetzen können.
Pläne auch für Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
In Sachen Wildlebensraumberatung wird das AELF Pfaffenhofen voraussichtlich nach der Sommerpause auch im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen eine Zusammenarbeit initiieren. Entsprechende Sondierungen finden bereits statt.